Es gibt viele sportliche Erfolge, aber auch „Platzmangel“ beim FC Sturm Hauzenberg

Die neu gewählte Vorstandschaft des FC Sturm mit Sportvorstand Markus Reischl (ab 2.v.l.), den Vorsitzenden Toni Pötzl, Jürgen Haslbeck und Hans-Josef Stadler sowie den beiden Wahlleitern Tobias Nöbauer (l.) und 3. Bürgermeister Christoph Amsl (r). – Foto: Preuß
Viel Positives gab es bei der Jahresversammlung des FC Sturm im Gasthaus Falkner zu berichten. Da waren der 3:0-Erfolg der 1. Mannschaft gegen Türkspor Augsburg, die einstimmig gewählte neue Vorstandschaft, die gelungene Sanierung des Stadiongebäudes und die blühende Jugendarbeit mit 13 Mannschaften von der G- bis zur A-Jugend. Daraus allerdings resultiert auch ein Problem: Rasen- und Kunstrasenplatz reichen für Spiel- und Trainingsbetrieb nicht aus.
Fast eine Stunde lang referierte der bisherige und neue Vorsitzende Toni Pötzl über die vielen erfreulichen Dinge, aber auch die Sorgen im Verein. Sehr positiv sei „ein ganzes Heer ehrenamtlicher Helfer“. 35 Trainer für 13 Jugendmannschaften gibt es, aber auch Helfer für die Platzpflege, den Kioskbetrieb, den Fanshop, die Öffentlichkeitsarbeit, die sportliche Betreuung oder die Organisation von Feiern und Turnieren. Der Dank dafür tauchte bei Pötzls Bericht immer wieder auf.
Grund zur Freude war auch der Aufstieg der 1. Herrenmannschaft von der Landes- in die Bayernliga, „der größte Erfolg in der über 100-jährigen Vereinsgeschichte“, wie der sportliche Leiter Markus Reischl betonte. Den Klassenerhalt in diesem Jahr – voraussichtlich über die Relegation – zu schaffen, würde diese Leistung noch toppen, meinte Pötzl. Hinzu kommt – sportlich – die neu begründete 2. Mannschaft für den Spielbetrieb in der Kreisklasse mit vielen Spielern aus der Jugend, aber auch mit „alten Routiniers“ wie Alex Starkl, Jürgen Knödlseder, Thomas Grill, Stephan Schätzl oder Lothar Gottinger. „Beim gegenwärtigen zweiten Tabellenplatz hoffen wir sogar auf die Relegation“, sagte Reischl. „Und das wäre für die erste Saison ein Riesenerfolg.“
Erfreulich ist des Weiteren die Jugendarbeit „mit gut 200 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren“, so Pötzl. „Sie werden von 35 Trainern betreut, sind in 13 Mannschaften organisiert und feiern viele Erfolge auf hohem Niveau“, berichtete Jugendleiter Jürgen Haslbeck. Die A-, B- und C-Jugend kicken in der Bezirksoberliga und belegen dort vordere Plätze. Die A- und C-Jugend wurden Landkreispokalsieger, die B-Junioren holten den Vizetitel. Ein Highlight der Hallensaison wiederum sei der „Zankl-Cup“ mit 69 teilnehmenden Mannschaften und einem gewaltigen Organisationsaufwand gewesen.
Auch mit der Ausrichtung der bayerischen Hallenmeisterschaft der B-Junioren im vergangenen Jahr habe der FC Sturm sein Geschick bei der Organisation großer Veranstaltungen bewiesen. „Bei so vielen Mannschaften und Spielern stoßen wir auch an Grenzen: Wir haben zu wenig Platz zum Trainieren“, sagte Haslbeck und appellierte an die Stadt, dem Verein zu helfen. „Bislang werden wir dabei sehr allein gelassen“, kritisierte er. Toni Pötzl verwies auf die erfreuliche Nachbarschaftshilfe der Vereine aus Haag, Kropfmühl und sogar Holzfreyung, auf deren Plätzen man trainieren dürfe.
Erfreulich sei das soziale Engagement, insbesondere der AH unter Leitung von Andreas Koch. Beim Max-Reischl-Gedächtnisturnier werde von den Teilnehmern stets gespendet. „In diesem Jahr kamen 6000 Euro zusammen“, berichtete Pötzl – 1000 Euro mehr als 2025. Insgesamt habe man der Selbsthilfegruppe für chronisch kranke und behinderte Kinder bereits 63 700 Euro überreicht.
Bei einem solch großen Verein mit einem Zuwachs von unter 500 Mitgliedern noch 2022 auf jetzt 700 gibt es aber auch offene Baustellen. Dazu gehört die neue PV-Anlage mit Speicher auf dem Stadiondach. Sie dürfe nur zur Stromgewinnung genutzt werden, obwohl man damit auch heizen und warmes Wasser aufbereiten könnte. „Die Stadt als Eigentümer des Sportareals hat mit der AEH aber einen Heizungsvertrag abgeschlossen. Die Kosten muss der FC Sturm tragen“, bemängelte Pötzl und hofft auf einen Kompromiss. Auch ein Zuschussantrag aus der Sportförderung sei von der Stadt mit der Begründung abgelehnt worden, hier handle es sich nicht um eine Anlage für den Sportbetrieb. „Hierzu haben wir aber eine andere Meinung“, sagte Pötzl und verwies auf das strombetriebene Flutlicht, die Sprinkleranlage und die Anzeigetafeln für den Spielbetrieb.
Auch die fehlende Umzäunung des Kunstrasenplatzes bereite Sorgen. Dadurch sei der Zugang unbeschränkt möglich, „was auch im großen Stil genutzt wird“, sagte Pötzl. Damit lande man bei der Haftungsfrage, die nach Meinung des FC ausschließlich die Stadt tragen müsse. „Wir haben zwar mehrere Schilder aufgestellt mit der Haftungsverpflichtung bei unbefugtem Zutritt. Aber das reicht nach Meinung unserer Juristen nicht aus“, meinte Pötzl.
Ein gravierendes Problem drohe dem Verein mit der angedachten Besteuerung von Mitgliedsbeiträgen. Pötzl: „Liebe Politiker aller Couleur, verhindert bitteschön diesen Wahnsinn.“ Bedeutsam und unersetzbar sei, was Sportvereine für die Integration, für die Herausbildung von Fairness, Miteinander, Selbstdisziplin, Leistungsbereitschaft und Demokratieerziehung gerade bei jungen Menschen leisteten. Das würde dann vom Fiskus bestraft. Schwer genug sei es, ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden. Und die knappen Finanzmittel würden auch gekürzt.
Bei den Vorstandswahlen, die 3. Bürgermeister Christoph Amsl leitete, wurde Toni Pötzl als 1. Vorsitzender bestätigt. Ihm stehen Hans-Josef Stadler und Jürgen Haslbeck als 2. und 3. Vorsitzender zur Seite. Kassier bleibt Raphael Zillner, Schriftführerin Andrea Fesl und Sportvorstand Markus Reischl. Ihm steht Stefan Anetzberger als Teammanager zur Seite.
In seinem Grußwort im Namen der Stadt hob Amsl „das grandiose Miteinander und das Herzblut, den Einsatz und die Leidenschaft hervor, mit der beim FC Sturm gearbeitet wird“. Besonders würdigte er die hervorragende Jugendarbeit, in der nicht nur sportliche Fähigkeiten, sondern auch wichtige Werte wie Zusammenhalt, Disziplin und Verlässlichkeit vermittelt würden. Sein Dank gelte den Jugendtrainern, Betreuern, Organisatoren, Eltern und Helfern.
Den 55 Geehrten für langjährige Treue sprach Amsl seinen Dank für ihr Engagement und den Einsatz „für ein sportliches Aushängeschild Hauzenbergs“ aus (Bericht folgt). Ebenso betonte er das starke Miteinander innerhalb des Vereins. Gerade dieses gute Zusammenspiel von Vorstand, Trainern, Betreuern, Eltern und Helfern sei die Grundlage dafür, dass beim FC Sturm so vieles funktioniere. Mit Blick auf die Zukunft verwies er darauf, dass die Stadt Hauzenberg vor vielen Herausforderungen stehe. Das neue Stadtratsgremium müsse sich daher mit Verantwortung und Weitblick den unterschiedlichen Anliegen in der Stadt widmen. Dazu zählten auch die Belange des FC Sturm, etwa Fragen rund um den Rasen, den Ausweichplatz und die sportliche Infrastruktur.
Dass der FC Sturm Hauzenberg bereits auf 107 Jahre Vereinsgeschichte verweisen kann, das zeigte sich auch bei den zahlreichen Ehrungen anlässlich der Jahreshauptversammlung. Nicht weniger als 54 Mitglieder wurden für die langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet:
für 25 Jahre: Christoph Anetzberger, Tobias Falkner, Sebastian Hirz, Severin Hirz, Markus Kinateder, Maximilian Schanzer, André Schauer, Jaromir Sladek, Tobias Waschinger, Helmut Wintersberger und Georg Zankl
für 30 Jahre: Andreas Auer, Matthias Bauer jun., Christian Heindl, Franz-Josef Hirz, Daniel Krinninger, Erwin Kronawitter, Roland Meisl, Eduard Peschl, Heinz Reischl, Gerlinde Resch, Josef Resch, Carsten Weidinger und Raphael Zillner
für 40 Jahre: Albert Biebl, August Binder, Thomas Fischer, Jürgen Haslbeck, Josef Karl, Josef Kinateder, Karl-Heinz Kinateder, Josef Knödlseder, Andreas Koch, Marco Koch, Bernhard Krenner, Otto Krieg, Christian Raab, Markus Reischl, Alois Ritzer, Andreas Sabo, Wolfgang Schanzer, Hans-Josef Stadler, Georg Süss, Peter Utecht und Paul Wagner
für 50 Jahre: Matthias Bauer, Ewald Hagel, Karl-Heinz Kinateder, Karl Klinger und Elisabeth Weidinger
für 60 Jahre: Josef Clemens, Siegfried Debnar, Josef Nöbauer und Werner Poxleitner
Autor: Helmut Preuß / PNP

